Oscar Peterson

Wie schon vorab angekündigt steht jetzt einer der ganz Großen auf dem Programm.

Oscar Peterson

Am 15. August 1925 wurde er in Montreal geboren und hatte 4 Geschwister. Da sein Vater darauf bestand das jedes Kind ein Instrument lernt, begann der kleine Oscar sich der Trompete zu widmen. Schon nach kurzer Zeit war es damit jedoch vorbei, da er an Tuberkulose erkrankte und somit aus medizinischen Gründen nicht mehr spielen durfte. Daraufhin wechselte er ans Klavier.

Er bekam professionellen Unterricht und wurde schnell sehr sehr gewandt am Klavier. Das führte schließlich dazu, dass er schon als Teenager im Tanzorchester unter der Leitung von Johnny Holmes spielte und rund um seine Heimatstadt Montreal(Kanada) auftrat und des Öfteren im Radio zu hören war. Eine dieser Übertragungen führte dann auch zu seinem ersten Auftritt in der Carnegie Hall 1949.

In den folgenden Jahren nahm seine Karriere dann einen steilen Verlauf. 1950 wählte ihn ein Magazin zum Pianisten des Jahres und er war die gesamten 50er Jahre viel unterwegs. Mit wechselnden Besetzungen und seinem Trio.

Auftritte im Trio, zu Beginn Klavier, Bass und Gitarre und später dann auch vermehrt Klavier, Bass, Schlagzeug blieben bis zu seinem Tod im Jahr 2007 seine liebste Formation. 1960 gründete er dann die “Advanced School of Contemporary Music” in Toronto.

Ich habe natürlich keine Kosten und Mühen gespart, deshalb für alle Lesen hier eine persönlich Klavierstunde mit Mr. Peterson:

Zwischen 1970 und 1995 erhielt er 7 Grammys, zusätzlich erhielt er 1993 den Glenn Gould Preis und 1999 den Praemium Imperiale(eine Art Nobelpreis für Musik) für sein Lebenswerk.

Leider erlitt er 1993 einen Schlaganfall und konnte fortan nur noch mit der linken Hand spielen.

Das soll genügen zur Biografie.

Bevor ich noch einiges zur Musik erzähle erst einmal noch einen Leckerbissen, damit auch alle wissen wovon wir hier reden.

Hier spielt der Meister Satin Doll. Für mich persönlich die beste Version des Songs die ich kenne. Nach 2:41 endet der eigentliche Song. Dann geht er über zu einem weiteren Song. Ich weiß nicht genau was es ist. Ich dachte erst es handelt sich um Body and Soul aber ich denke es ist On Green Dolphin Street. Ich bitte alle Leser um Mithilfe! Wer den zweiten Song identifiziert kann ja ein so gut sein und ein Kommentar zum Artikel abgeben.

Oscar Peterson war auch als Komponist sehr aktiv, ich kann keine genaue Zahl nennen aber sind wohl einige hundert Kompositionen. Eine davon, Hymn to Freedom, fand in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung unter Matin Luther King Verwendung:

Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1999. Dort trat er im Rahmen des Summer Night Dream auf. Zu der doch im Vergleich zur vorherigen Aufnahme stark reduzierten Virtuosität sei gesagt, dass er hier bereits einen Schlaganfall hinter sich hatte. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Leistung somit sehr beachtlich.

Ich fahre fort: Von hier und dort hört man, Peterson sei ein “artiger” Pianist gewesen, habe Experimente gescheut und im weitesten Sinne eingängigen Jazz gespielt.

Ein Gegenbeweis ist die folgende Aufnahme vom 26. Dezember 1986. Diese Aufnahme ist deshalb besonders empfehlenswert, da der Bassist Niels-Henning Ørsted Pedersen hier schier unmenschlich gut spielt! Nicht verstecken muss sich auch der Schlagzeuger Martin Drew. Offene Münder sind garantiert.

Viel Spaß auch damit:

 

Soviel zu dem angeblich nicht vorhandenen persönlichen Stil. Martin Kunzler schreibt in seinem Jazz-Lexikon daher wie ich finde auch passend:

„Bewunderer wie Gegner beziehen sich in der leidenschaftlich geführten Diskussion auf die scheinbar unbegrenzten technischen Fähigkeiten des Pianisten, der die verschiedensten stilistischen Elemente zu einem unverkennbaren Personal-Stil verschmolzen hat, mit Gespür für stimmige Tempi, dynamische Differenzierung und adäquate Themenbehandlung, gepaart mit Vitalität und Blues-Gefühl“

Genau das kann auch ich nur unterstreichen und bejahen. Oscar Peterson hat einen sehr gut erkennbaren Stil und spielt in einer unverkennbaren Weise.

Oscar Peterson führte im übrigen ein für Jazzer fast schon seltsames Leben. Er nahm keine Drogen und persönliche Dramen oder Abstürze und Entziehungskuren fanden ebenfalls nicht statt.

Und hier im Anschluss gleich noch für alle Kenner ein längst vergessenes Filetstück:

 

 

Neben den beiden Helden meiner musikalischen Welt ist hier auch Louie Bellson am Schlagzeug zu hören. Das ganze ereignete sich 1974.

Nach allem was allein hier im Artikel zu hören ist dürfte jedem klar sein, dass es sich hier um einen ganz Großen handelt. Mit Recht gehört Oscar Peterson heute zu den Jazzmusikern die als Legenden benannt werden. Ich hoffe ich kann mit diesem Artikel die Erinnerung an einen großen Musiker verstärken und vielleicht den ein oder anderen neu für seine Musik begeistern.

Als letzte Aufnahme noch eine Eigenkomposition von Peterson.

Mirage wurde bis jetzt noch nicht transkribiert oder irgendwie anders festgehalten, jedoch existiert eine Aufnahme auf YouTube.

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