Dave Frank–eine Entdeckung

 

Wer sich mit Jazzklavier beschäftigt kommt an vielen großen Namen nicht vorbei.
Oscar Peterson, Bill Evans, Ahmed Jamal, Thelonius Monk, Keith Jarrett, Chick Corea, Herbie Hancock, Brad Mehldau, Bud Powell,  Esbjörn Svenson, McCoy Tyner, Lennie Tristano oder Joe Zawinul.

dave frank schwarz weiß lächeln

Dave Frank hingegen ist nicht jedem ein Begriff und der New Yorker Pianist soll deshalb hier vorgestellt werden. Auf Dave bin ich durch seine sehr informativen Youtube Videos gestoßen, die sich vor allem mit Solo Piano beschäftigen.

Hier zwei sehr interessante Beispiele:

1. 15 stylistic elements for the advanced Jazz Pianist

2. walking bass clinic

Neben diesen sehr empfehlenswerten Videos gibt es zahlreiche Masterclasses zu verschiedenen Größen des Jazzpianos und stilistischen Besonderheiten.
Die Produktion dieser Videos kommt nicht von ungefähr, Dave Frank selbst hatte unter anderem Unterricht beim legendären Lennie Tristano. Zudem ist Dave Frank einer der Gründer der New York School of Jazz. Heute leitet er die Dave Frank School of Jazz im Herzen von Manhatten und bietet noch immer Unterricht, Workshops und Masterclasses an. Zwischen 1987 und 2004 arbeitete er außerdem auch am Berklee College of Music in Boston.

dave frank masterclass

Seit 1994 ist Dave Frank als weltweit unterwegs. Er gab Masterclasses in vielen europäischen Ländern, Mittelamerika und Afrika. Ebenso zahlreich sind auch seine Konzerte, z.B. beim Winnipeg Jazz Festival 1999, beim Montreux Jazz Festival 2001 und 2003, sowie beim North Sea Jazz Festival 2002.

Dave Frank hat vier Soloaufnahmen veröffentlicht, die allesamt sehr hörenswert sind. Ich persönlich besitze momentan zwei dieser Solopiano Platten: Portrait of New York und Turning it Loose.

turining it loose cover

Turning it Loose beinhaltet wunderbare Interpretationen der Standards A Night in Tunisia und Here’s that Rainy Day, die mir sehr gefallen haben. Dave Frank stellt besonders Night in Tunisia in neuem Licht und sehr abwechslungsreich dar. Als roter Faden, der sich durch alle auf Turning it Loose Aufnahmen zieht, sticht der exzellente Walking Bass heraus. Beim Hören der gesamten Platte wird deutlich, über welch umfangreiches Repertoire Mr. Frank im diesem Bereich verfügt. Also volle Empfehlung, nicht nur für Jazzpianisten, die oft solo unterwegs sind!

portrait of new york cover

Portrait of New York muss ich auch kurz erwähnen. Hier zeigt Dave Frank erneut seine außergewöhnlichen Fähigkeiten der Interpretation packt auch wieder das ganze technische und virtuose Repertoire aus. Besonders die Aufnahmen Full Force New York und Time Square, Eigenkompositionen Franks, spiegeln wunderbar genau die Bilder musikalisch wieder, die jeder sicher bei lesen der Titel im Kopf hat: Das Großstadtgewusel, Übermengen an Verkehr, bunte Lichtspiele an allen Seiten und die unterschiedlichsten Menschen. Er findet aber ebenso ruhige und nachdenkliche Töne, beispielsweise in der Eigenkomposition  Manhattan by Moonlight oder in This nearly was mine von Richard Rodgers. Dort legt er behutsam Klangteppiche aus und kontrastiert diese immer auch mit passenden Farbtupfern, bestehend aus angenehmen und doch interessanten Akkorden, die zum Wohlfühlen anregen.

Dave Frank ist also für mich ganz klar eine besondere Entdeckung. Seine Masterclasses haben mich schon einiges gelehrt und bei seinem nächsten Besuch in Europa werde ich ganz sicher ein Konzert besuchen!

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