Grau

Ich schreibe nicht einfach irgendwas. Was ich von mir gebe ist in der Regel fundiert. Umso schwerer fällt es mir nun die Ergebnisse meiner aktuellen, ja ich möchte fast sagen “Forschung”, zu verkünden.

Ich habe Berlin jetzt mehrere Tage in Folge ganz genau beobachtet, mein Hauptaugenmerk lag auf Charlottenburg, und bin zu einem Schluss gekommen. Er ist nicht angenehm und nicht optimistisch, viel eher ist er erschütternd und tragisch. Dennoch:

Der Himmel über Berlin ist grau. Es ist kein leichtes Wolkengrau. Es ist ernst. Ich möchte hiermit, nein ich muss, allen Lesern mitteilen, dass die Sonne über Berlin nicht mehr scheint.

Das ist nicht irgendeine Metapher sondern harte Tatsache. Es ist schlicht und einfach ein Fakt. Seit genau sechs Tagen geht die Sonne nicht mehr auf. Aus meinen Beobachtungen geht hervor, dass der letzte Sonnenuntergang am Di, den 16.11.2010 zu beobachten war. Seit dem leben nun also die Menschen dieser Stadt im Dunkel.

Natürlich, Berlin hatte schon immer graue Ecken. Sehr graue sind sogar darunter. Aber selbst mein geliebter Kiez am Klausener Platz hier, der eigentlich eine schöne Portion Farbe abbekommen hat, strahlt seit vielen Tagen nur nach seicht. Es fehlt ganz einfach an Licht. Unnötig zu erwähnen das die Straßenlaternen den ganzen Tag brennen.

                Olympiastadion_2

(Quelle: http://images.pixelio.de/data/media/6/Olympiastadion_2.jpg)

Es ist ja nicht so das die Berliner sich davon beirren lassen oder die Stadt stillsteht. Das tut Sie nie! Aber etwas entmutigend ist es schon dieses grau in grau und das jeden Tag aufs Neue.

Also gut, ich muss wohl zugeben: Der Winter steht vor der Tür.

Eigentlich ist das ja auch kein Problem, ich meine der Winter hat schon gute Seiten. Schließlich macht mit würzigem Tee und Gebäck drinnen sitzen und nach draußen gucken nur dann richtig Spaß. Trotzdem ist es irgendwie immer wieder schwierig mit einer neuen Jahreszeit ins Reine zu kommen. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur ein so eingewöhntes Gewohnheitstier, dass es mir deshalb kalt über die Leber läuft.

Wie dem auch sei, ich denke ich werde mir jetzt einen Tee bereiten und ein wenig hinausschauen.

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