Jazzbob bei HomeEvents

Es gibt einen neuen Trend da draußen: Home Events.

Eine neue, frische Idee für Veranstaltungen im eigenen Heim oder bei anderen Menschen. die Idee ist Folgende:

Jeder kann bei sich ein Home Event starten und die Menschen seiner Wahl dazu einladen. Außerdem wird ein Künstler, Musiker, Autor ect. engagiert, der im Mittelpunkt der Veranstaltung steht oder diese zumindest bereichert. Ich bin dort nun ebenfalls unter „Artists“ verfügbar und hier kann ein kleines Interview mit mir eingesehen werden.

Jeff Lorber Fusion im A-Trane

Es ist jetzt schon einige Zeit vergangen aber dennoch will ich von dem großartigen Jeff Lorber berichten!

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Am zweiten Dezember trat die schon traditionelle Jeff Lorber Fusion auf, die neben Mr. Lorber selbst auch noch die Giganten Sonny Emory am Schlagzeug und Eric Marienthal am Saxophon vereint. Also eine absolute Power Band! Am Bass hört man auf dem Album Jimmy Haslip. Hier im A-Trane spiele Nathaniel Phillips am Bass. Der Bassist ist einzig nicht konstant in dieser Band aber auch er überzeugte auf ganzer Linie! 

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Musikalisch ging es ordentlich zur Sache, denn Emory gab die ganze Zeit einen mitreißenden Groove von sich! Überhaupt ist es wunderbar zu sehen und vor allem zu hören wie einmalig auf den Punkt diese Band spielt. Die Arrangements sind super auf einander abgestimmt und über dem fetten Fundament von Bass und unvorstellbarem Schlagzeug spielten Lorber und Marienthal sehr virtuos und facettenreich. Ein einmaliges Erlebnis für jeden Zuhörer. Vorgestellt wurden ausschließlich Titel vom neuen Album GALAXY.

Mir persönlich haben alle Titel sehr gefallen, wenn auch alle ohne Gesang auskommen. Besonders zu erwähnen ist noch Eric Marienthal. Er holt wirklich alles aus dem Saxophon was man sich vorstellen kann und immer wieder versteht er es das Publikum mit neuen Ideen und coolen Rhythmen zu begeistern. Seine Soli sind mitreißend, funky und einfach perfekt angelegt.

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Glatte, 100%ige Empfehlung von mir! – Jeff Lorber Fusion –

Jazzaction

Es ist kurzfristig aber besser spät als nie:

Heute, 11.09.2012 ab 18:00 spielt

Till Brönner + Band live und KOSTENLOS vor dem A-Trane.

Das ganze geschieht anlässlich des 20-jährigen Bestehens des A-Tranes.
Ich werde da sein und wer Zeit hat sollte sich das nicht entgehen lassen!

Außerdem sei auf die Late Night Jamsession im A-Trane verwiesen. Die findet ja jeden Samstag ab 0:30 statt aber in dieser Woche wird auch Nils Landgren da sein!!! Die Chance mit ihm zu spielen.

Lianne Hall

Durch einen Zufall habe ich vor ein oder zwei Monaten die britische Sängerin entdeckt.
Lianne Hall singt ganz verzaubernd und klingt irgendwie authentisch.
Hier gleich erst einmal ein musikalischer Eindruck:

http://youtu.be/zpjbNqGKS6U

Das Lied stammt von ihrer Platte Crossing Wires. Ich höre Sie in diesem Moment und bin wirklich ganz begeistert.
Zum Teil erinnert die Musik an Singer Songwriter Songs, doch geht sie darüber hinaus.
Durch die mehrfache Vermischung der eigenen Stimme entsteht auf der Platte ein toller Eindruck.
Die verleitet mal zum Träumen, mal zum Tanzen und macht immer Spaß.

Ich würde sagen sie bewegt sich zwischen PJ Harvey und Amy McDonald um mal einen Rahmen abzustecken auch wenn ich das gar nicht so mag und es darüber hinaus oft in die Hose geht. Letztlich muss jeder selbst die Musik hören:

Hier kann man das ganze Album anhören, genießen und bei Gefallen auch kaufen!

Das aktuelle Album Crossing Wires ist übrigens bereits das dritte der jungen Künstlerin. Die Vorgänger Making Spaces und Abandon Ship sind übrigens ebenfalls dort verfügbar und können vor einem Kauf auch komplett angehört werden.

Lianne Hall begann als Teenie mit der Musik warm zu werden, die sie in Peterborough verbrachte, das etwa in der Mitte zwischen Nottingham und Cambridge liegt. Nach eigener Angabe hat sie erst selbst einige Songs aufgenommen und spielte dann in einer Jazz Punk Band, machte Akustischen Folk zusammen mit Bela Emerson. Entscheidend war aber das Treffen mit John Peel, der sie in seinen Sounds of the Suburbs thematisierte.

2006 dann veröffentlichte Sie Abandon Ship zusammen mit der Band Local Kid.

Lianne Hall ist bis heute sehr vielseitig orientiert und kulturell sehr aktiv.
Mir persönlich gefällt ihre Musik sehr und als kleiner Tipp:

Es lohnt Liannehall.com ab und an zu besuchen, denn sie ist relativ oft auch in Berlin zu hören, zuletzt im Mai.

Ich wünsche musikalischen Genuss!

A-Trane

Den mal wummernden, mal virtuos gespielten Bass von Marcus Miller kann ich noch immer im Magen fühlen und im Gedanken an die Musik von gestern könnte sich sofort zu tanzen beginnen.

Das Marcus Miller Sextett spielte gestern Abend im A-Trane und lieferte erwartungsgemäß Musik der Extraklasse. Solche Formulierungen hört man heute sicher oft aber was ich gestern gehört und erlebt habe, was Marcus Miller mich hat fühlen lassen verdient diese Beschreibung wie wenig sonst!

Ich habe tatsächlich nie eine Band gehört die dermaßen tight spielt, die so wahnsinnig abgeht und die zur gleichen Zeit auch anspruchsvoll virtuos spielt. Ich hatte mir Miller im Vorhinein einige Male angehört und seine Interpretationen und Songs immer genossen. Vor einigen Monaten fand hier eine Umfrage zum beliebtesten Jazz/Bluessong statt, welche So What für sich entschied. Eine der sicher besten Versionen stammt wiederum von Marcus Miller.

Der Laden war rappelvoll gestern und unter den Gästen waren auch Thomas Quasthoff, Eric Vaughn und Till Brönner, welcher auch die Anmoderation übernahm. Danach sorgten Maurice Brown (tp), Alex Han (sax), Kris Bowers (key), Adam Agati (g) und Louis Cato (dr) inklusive Zugaben fast drei Stunden lang für harte Grooves, atemberaubende Soli und ordentlich Stimmung.

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Hier auf dem Bild ist Marcus Miller an der Bass Klarinette zu sehen.

 

Hier übrigens noch ein Nachtrag zu weitern Konzerten der letzten Zeit. Aus Gründen die mir selbst nicht bekannt sind habe ich es nicht auf die Reihe bekommen schon früher davon zu berichten:

Im Februar besuchte ich das Wolfgang Köhler Trio(beim link klick auf “Info anzeigen”). Diese Abend ist mir in besonders positiver Erinnerung geblieben, denn Köhler hat tatsächlich Jazz vom Feinsten geliefert! Alles eigene Songs in sehr ausgewogenen Arrangements und wirklich inspirierend(gerade für mich als Pianisten). Stilistisch hat er sehr unterschiedliche Facetten gezeigt und wirklich schöne Soli gespielt, nämlich sehr melodisch und fein rhythmisiert. Jeder Song war ein neuer Hörgenuss und , ja, einfach stimmig. Das ist das Wort! Keine Umspielung zu viel und trotzdem immer spannend. Wundervolle, komplexe, sehr moderne Harmonien und das alles nicht von drei einzelnen Musikern, sondern von einem einzigen, verschmolzenen Trio. Sehr gut!

                            

Im März war ich noch bei Ambrose Akinmusire. Ambrose, eine wahre Künstlernatur hat vieles anders gemacht, sich und der Band viele Freiheiten gegeben. Für meinen Geschmack allerdings manchmal zu viel und anders um anders zu sein. Wenn in Balladen spontane Scream Ausbrüche schlagen, ist das für mich persönlich über das Ziel hinaus. Überhaupt machte er zwischendurch den Eindruck er sei in einer anderen Welt, aber nicht musikalisch, sondern in Bezug auf seinen Bewusstseinszustand.

Naja, wie dem auch sei. Fakt ist jedoch, dass er auch das Talent besitzt präzise auf die Band einzugehen und mit ihr gemeinsam zu spielen. Da gibt er nicht zu viel, geht nichts daneben. Genau da hat alles Hand und Fuß. Nicht absprechen will ich ihm außerdem seine Virtuosität. Manchmal wurde mir fast schwindelig bei all den schnellen Sprüngen über (gern auch mehrere) Oktaven. Letztlich ein interessanter Musiker höchster Güte, der vielleicht einfach innerlich etwas zu Ruhe kommen muss um noch besser das Gefühl für den Einsatz seiner super Technik zu bekommen. Wie heißt es doch gleich bei einem bekannten Reifenhersteller: Power ist nichts ohne Kontrolle! =)

Hier noch ein Titel aus seinem aktuellen Album:

http://www.youtube.com/watch?v=4QZ5chS_by8

Robin Draganic im b-flat

Noch im letzten Jahr besuchte ich eine der wöchentlichen Jamsessions im Jazzclub b-flat.
Für mich gleichsam das erste Mal den erstklassigen Bassisten Robin Draganic zu erleben, der die Jamsession als Opener startet. Er selbst spielt jede Woche, die Band um ihn wandelt sich des öfteren. Die erste Stunde, die von der Gruppe gestaltet wird, bietet höchstes musikalisches Niveau. Eine ausgewogene Songauswahl trifft auf großes Improvisationstalent.
Es ist angenehm und gleichsam sehr sehr inspirierend den Klängen zu lauschen. Danach öffnet sich die Bühne für alle Jazzbegeisterten Sound- und Rhythmusfetischisten. Die Profis des Opener gesellen sich dann immer mal wieder für einige Songs dazu und komplettieren die Besetzung wenn nötig. Alles sehr entspannt, anregend und kreativ und immer voller Leben.
Das ganze beginnt immer gegen 21:00.

Robin Draganic spielt übrigens unter anderem auch in der sehr coolen Formation Lyambiko

Für weiteres Interesse an der Person hier noch ein kurzes aber informatives Interview:
Jazzzeitung