Auf zur Uni…

Heute morgen, 7:15

Ich verlasse das Haus mit dem Ziel Zeuthen( südöstlich von Berlin). Noch weiß ich nichts von der Odyssee die mir bevorsteht.

Dank Kabelbrand(anschlägen) steht mir ein spannender Morgen bevor:

U2 in Richtung Olympiastadion

U Kaiserdamm: Umsteigen in S46

(Quelle: http://www.flickr.com/photos/clocktrick/3406642322/sizes/z/in/photostream/)
Messe Nord/ICC

Ich bin etwas spät dran und muss die letzten 100m zur S-Bahn im Sprint zurücklegen. Wie in solchen Situationen üblich erreiche ich den Bahnsteig und lese auf der Anzeige „Vorübergehend kein Zugverkehr wegen Kabelbrand“.

Nach 10 Min. trudelt eine S42 ein (fährt leider nicht nach Zeuthen). Ich steige trotzdem ein und fahre erstmal bis Westkreuz.


Westkreuz

(Quelle: http://www.flickr.com/photos/gillyberlin/2504426879/sizes/z/in/photostream/)

Ich warte wiederum 10 Minuten und steige dann in die

S7 nach Ahrensfelde ein. Im völlig überfüllten Zug hoffe ich von Ostkreuz weiter nach Süden kommen zu können.

Nach etwa 30 Minuten(mehrfaches Warten im Bhf führte dazu) erreiche ich den Bahnhof

Ostkreuz.


Ostkreuz

(Quelle: http://www.flickr.com/photos/alighieridante/2358818265/sizes/z/in/photostream/)

Jetzt also einfach in die S8 und geradewegs nach Süden.

Nach 20 Minuten Wartezeit am Gleis erschallt die Durchsage: „Reisende nach Königs Wusterhausen nehmen die

Traum M21 vom Boxhagener Platz bis zum S Bhf Schöneweide.

Ich laufe also zum Boxi runter und presse mich in die einfahrende Straßenbahn, die natürlich nur aus einem Wagen besteht.

Nach reichlich einer halben Stunde erreiche ich mit 50000000 anderen Verirrten den

S Bhf Schöneweide.

(Quelle: http://www.flickr.com/photos/schockwellenreiter/2350269970/sizes/z/in/photostream/)
S Bhf Schöneweide

Dort angekommen stelle ich fest, dass auch hier keine S-Bahnen fahren. Ich laufe also wiederum zur nächsten Bushaltestelle und schmiede folgenden Plan:

Der Bus 163 wird mich bis S Bhf Grünau bringen und von dort geht es dann mit zwei weiteren Bussen bis nach Zeuthen.

So weit die Theorie. Praktisch kommt der Bus 163 aber nicht und sitze damit wieder einmal fest. Letztlich entschließe ich mich, Ortszeit 9:30 wieder zurück nach hause zu fahren, da offenbar kein Weg weiter führt.

Ich fasse kurz zusammen.

Im Bericht vorkommende Verkehrsmittel:

U2, S46(Ausfall), S42(heute bis Neukölln), S7, S8(Ausfall), Tram M21, Bus 163(Ausfall)

Ich bin 4 mal umgestiegen, vier von 7 Verkehrsmittel fielen aus und ich war 2 Stunden unterwegs(in eine Richtung!)

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Montag in weiß

Es ist also Montag, die Feierlichkeiten am Wochenende sind vergessen und das Leben geht wieder los. Das bedeutet nicht das Leben geht los, der tägliche Trott beginnt von neuem. Aber das ist gar nicht schlimm, denn es macht Spass. Ich werde ich also gleich auf den Weg zur Uni machen.

Das bedeutet: auf Seife laufen. Denn der „Schnee“ oder eher die Pampe, die auf allen Straßen und Wegen liegt verlängert meinen Fußweg zur U-Bahn von 5 Minuten auf etwa 5 Monate.

Das fordert nicht nur früher los zugehen sondern auch akribische Vorbereitung. Kleidung, Verpflegung und alles was nötig ist um zu überleben muss mit. Ich bin natürlich gut vorbereitet.

Nach wochenlangem Training gelingt es mir gut in der Pampe zu schwimmen. Auch bin ich in der Lage aus dem Matsch einen Unterstand zu bauen und so gegebenen Falls längere Engpässe zu überbrücken.

Mit Engpässen meine ich einerseits Versorgungsprobleme. Immer wieder verschätze ich mich und nehme zu wenig Verpflegung mit. Andererseits kann es auch in so fern zu Engpässen kommen, dass ich einfach eine Straße nicht überqueren kann, weil Autos vorbeifahren und Wellen von Matsch nach mir werfen. Dann baue ich einen Unterstand.

Es wird also klar:

Es ist nicht leicht im Winterchaos Deutschlands zu überleben.

mein Nachbar kämpft sich zu seinem Gartenhaus durch