Jeff Lorber Fusion im A-Trane

Es ist jetzt schon einige Zeit vergangen aber dennoch will ich von dem großartigen Jeff Lorber berichten!

IMG_3111

Am zweiten Dezember trat die schon traditionelle Jeff Lorber Fusion auf, die neben Mr. Lorber selbst auch noch die Giganten Sonny Emory am Schlagzeug und Eric Marienthal am Saxophon vereint. Also eine absolute Power Band! Am Bass hört man auf dem Album Jimmy Haslip. Hier im A-Trane spiele Nathaniel Phillips am Bass. Der Bassist ist einzig nicht konstant in dieser Band aber auch er überzeugte auf ganzer Linie! 

lorber fusion

Musikalisch ging es ordentlich zur Sache, denn Emory gab die ganze Zeit einen mitreißenden Groove von sich! Überhaupt ist es wunderbar zu sehen und vor allem zu hören wie einmalig auf den Punkt diese Band spielt. Die Arrangements sind super auf einander abgestimmt und über dem fetten Fundament von Bass und unvorstellbarem Schlagzeug spielten Lorber und Marienthal sehr virtuos und facettenreich. Ein einmaliges Erlebnis für jeden Zuhörer. Vorgestellt wurden ausschließlich Titel vom neuen Album GALAXY.

Mir persönlich haben alle Titel sehr gefallen, wenn auch alle ohne Gesang auskommen. Besonders zu erwähnen ist noch Eric Marienthal. Er holt wirklich alles aus dem Saxophon was man sich vorstellen kann und immer wieder versteht er es das Publikum mit neuen Ideen und coolen Rhythmen zu begeistern. Seine Soli sind mitreißend, funky und einfach perfekt angelegt.

IMG_3115

Glatte, 100%ige Empfehlung von mir! – Jeff Lorber Fusion –

A-Trane

Den mal wummernden, mal virtuos gespielten Bass von Marcus Miller kann ich noch immer im Magen fühlen und im Gedanken an die Musik von gestern könnte sich sofort zu tanzen beginnen.

Das Marcus Miller Sextett spielte gestern Abend im A-Trane und lieferte erwartungsgemäß Musik der Extraklasse. Solche Formulierungen hört man heute sicher oft aber was ich gestern gehört und erlebt habe, was Marcus Miller mich hat fühlen lassen verdient diese Beschreibung wie wenig sonst!

Ich habe tatsächlich nie eine Band gehört die dermaßen tight spielt, die so wahnsinnig abgeht und die zur gleichen Zeit auch anspruchsvoll virtuos spielt. Ich hatte mir Miller im Vorhinein einige Male angehört und seine Interpretationen und Songs immer genossen. Vor einigen Monaten fand hier eine Umfrage zum beliebtesten Jazz/Bluessong statt, welche So What für sich entschied. Eine der sicher besten Versionen stammt wiederum von Marcus Miller.

Der Laden war rappelvoll gestern und unter den Gästen waren auch Thomas Quasthoff, Eric Vaughn und Till Brönner, welcher auch die Anmoderation übernahm. Danach sorgten Maurice Brown (tp), Alex Han (sax), Kris Bowers (key), Adam Agati (g) und Louis Cato (dr) inklusive Zugaben fast drei Stunden lang für harte Grooves, atemberaubende Soli und ordentlich Stimmung.

457605_3414113628901_1151866326_32581664_1324066395_o
Hier auf dem Bild ist Marcus Miller an der Bass Klarinette zu sehen.

 

Hier übrigens noch ein Nachtrag zu weitern Konzerten der letzten Zeit. Aus Gründen die mir selbst nicht bekannt sind habe ich es nicht auf die Reihe bekommen schon früher davon zu berichten:

Im Februar besuchte ich das Wolfgang Köhler Trio(beim link klick auf “Info anzeigen”). Diese Abend ist mir in besonders positiver Erinnerung geblieben, denn Köhler hat tatsächlich Jazz vom Feinsten geliefert! Alles eigene Songs in sehr ausgewogenen Arrangements und wirklich inspirierend(gerade für mich als Pianisten). Stilistisch hat er sehr unterschiedliche Facetten gezeigt und wirklich schöne Soli gespielt, nämlich sehr melodisch und fein rhythmisiert. Jeder Song war ein neuer Hörgenuss und , ja, einfach stimmig. Das ist das Wort! Keine Umspielung zu viel und trotzdem immer spannend. Wundervolle, komplexe, sehr moderne Harmonien und das alles nicht von drei einzelnen Musikern, sondern von einem einzigen, verschmolzenen Trio. Sehr gut!

                            

Im März war ich noch bei Ambrose Akinmusire. Ambrose, eine wahre Künstlernatur hat vieles anders gemacht, sich und der Band viele Freiheiten gegeben. Für meinen Geschmack allerdings manchmal zu viel und anders um anders zu sein. Wenn in Balladen spontane Scream Ausbrüche schlagen, ist das für mich persönlich über das Ziel hinaus. Überhaupt machte er zwischendurch den Eindruck er sei in einer anderen Welt, aber nicht musikalisch, sondern in Bezug auf seinen Bewusstseinszustand.

Naja, wie dem auch sei. Fakt ist jedoch, dass er auch das Talent besitzt präzise auf die Band einzugehen und mit ihr gemeinsam zu spielen. Da gibt er nicht zu viel, geht nichts daneben. Genau da hat alles Hand und Fuß. Nicht absprechen will ich ihm außerdem seine Virtuosität. Manchmal wurde mir fast schwindelig bei all den schnellen Sprüngen über (gern auch mehrere) Oktaven. Letztlich ein interessanter Musiker höchster Güte, der vielleicht einfach innerlich etwas zu Ruhe kommen muss um noch besser das Gefühl für den Einsatz seiner super Technik zu bekommen. Wie heißt es doch gleich bei einem bekannten Reifenhersteller: Power ist nichts ohne Kontrolle! =)

Hier noch ein Titel aus seinem aktuellen Album:

http://www.youtube.com/watch?v=4QZ5chS_by8