Jeff Lorber Fusion im A-Trane

Es ist jetzt schon einige Zeit vergangen aber dennoch will ich von dem großartigen Jeff Lorber berichten!

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Am zweiten Dezember trat die schon traditionelle Jeff Lorber Fusion auf, die neben Mr. Lorber selbst auch noch die Giganten Sonny Emory am Schlagzeug und Eric Marienthal am Saxophon vereint. Also eine absolute Power Band! Am Bass hört man auf dem Album Jimmy Haslip. Hier im A-Trane spiele Nathaniel Phillips am Bass. Der Bassist ist einzig nicht konstant in dieser Band aber auch er überzeugte auf ganzer Linie! 

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Musikalisch ging es ordentlich zur Sache, denn Emory gab die ganze Zeit einen mitreißenden Groove von sich! Überhaupt ist es wunderbar zu sehen und vor allem zu hören wie einmalig auf den Punkt diese Band spielt. Die Arrangements sind super auf einander abgestimmt und über dem fetten Fundament von Bass und unvorstellbarem Schlagzeug spielten Lorber und Marienthal sehr virtuos und facettenreich. Ein einmaliges Erlebnis für jeden Zuhörer. Vorgestellt wurden ausschließlich Titel vom neuen Album GALAXY.

Mir persönlich haben alle Titel sehr gefallen, wenn auch alle ohne Gesang auskommen. Besonders zu erwähnen ist noch Eric Marienthal. Er holt wirklich alles aus dem Saxophon was man sich vorstellen kann und immer wieder versteht er es das Publikum mit neuen Ideen und coolen Rhythmen zu begeistern. Seine Soli sind mitreißend, funky und einfach perfekt angelegt.

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Glatte, 100%ige Empfehlung von mir! – Jeff Lorber Fusion –

The Junge Tribe Project

Heute berichte ich über ein Jazz Projekt der besonderen Art.

Es handelt sich dabei um Musik des Schlagzeugers, Komponisten und Produzenten Carsten Lindholm.

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Carsten Lindholm kommt aus Dänemark und studierte am privaten Musik Konservatorium Kopenhagen. Er hatte Privatunterricht bei Jeff Boudreaux und Ed Thigpen.

Ed Thigpen gehört zu den größten Jazzdrummern des 20. Jahrhunderts. In den 60er Jahren spielte er lange mit Oscar Peterson und Bassist Ray Brown(noch eine Legende) im heute schon legendären Trio.

Carsten Lindholm arbeitet in Dänemark mit den führenden Schlagzeugern der Jazz und Fusionszene zusammen.

Lindholm ist daher auch stark von nordischer Musik beeinflusst. Wer nordische Musik kennt( in allen Bereichen) weiß, dass sie immer von ausgeprägter Dynamik und einfachen Melodien durchdrungen ist.

Durch die Zusammenarbeit und Einflüsse des Ausnahmebassist Jens Melgaard wurde Carsten Lindholm letztlich bewegt Musik zu schreiben und das Jungle Tribe Projekt zu starten. Alles Songs des Projekt sind von Lindholm geschrieben und produziert worden.

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Worum handelt es sich nun dabei?

Die entstandene Musik ist eine Mischung aus Jazz mit Drum ‘n’ Bass. Ein Aufeinandertreffen von atmosphärischen Klanglandschaften und indischen Tabla-Rhythmen kombiniert mit charakteristischen nordischen Melodien.

Jungle Tribe legt großen Wert auf das Liveerlebnis. Ein Dialog zwischen Publikum und der Band entwickelt sich während jedem Auftritt neu, denn das gesamte Programm ist improvisatorisch angelegt.

Jungle Tribe versucht immer auch die Grenzen des Jazz zu erreichen und ihn mit vielen Genres zu vermischen.

Schließlich möchte ich hier das Album

Tribute

vorstellen.

Auf der Facebookseite von Carsten Lindholm könnt ihr in einige Songs reinhören!

Eivind Aarset, Hans Oxmond, Joakim Frøystein – Guitar

Audun Erlien, Kristor Brødsgaard – Bass

Rene Damsbak, Tav Klittgaard – Trompete

Anders T Anderen – Sax

Jens Minke – Sounddesign

So viel erst einmal zu den Rahmenbedingungen. Die Songs haben etwas Mystisches. So habe ich es zumindest beim Anhören empfunden.

Man kann sich damit problemlos in andere Welten denken, einen Tagtraum wagen.

An dieser Stelle empfehle ich ein Video anzusehen:

Ein gelungenes Video!

Tribute stellt aber dabei nicht einfache Lounge Musik dar. Tribute ist in meinen Augen(und vor allem Ohren) deshalb mehr, da Carsten Lindholms Songs komplexer sind. Sie sind genau durchdacht und spiegeln immer mehrere Gefühle wider.

Mir gefällt aber am aller besten an TRIBUTE die fließende, in sich schlüssige Gestaltung der Songs. Abrupte, unlogische Wendungen kommen nicht vor, oft aber interessante und gefühlvolle Wendungen; und das alles schönste ist: Jungle Tribe lässt sich Zeit. Sie pressen nicht 34.000 Gefühle in 3:15, sondern ein Song kann auch 8 Minuten dauern, wenn dies die Gestaltung der Musik unterstützt.

Ich empfehle jedem, der an einem Treffen von Jazz, Drum ‘n’ Bass und Elektro interessiert ist einmal

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zu besuchen und weitere Eindrücke zu erlangen!

Mich hat die Musik Carsten Lindholms sehr berührt und mich klanglich in interessante Bereiche geführt. Das Album ist ab sofort auch auf  iTunes erhältlich!

TRIBUTE vom Jungle Tribe Project, aus der Feder von Carsten Lindholm mit besten Empfehlungen von Jazzbob.

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Chick Corea – eine lebende Legende

Aus aktuellem Anlass(ich arbeite an 2 Stücken des guten Mann) soll heute Chick Corea hier im Mittelpunkt stehen. Zu Beginn eine kleine Einstimmung mit den Childrens Songs:

Wie oben zu lesen Gabriela Montero mit einer wie ich finde sehr guten Aufnahme und Interpretation der Stücke.

Chick Corea wurde 1941 in den USA geboren. Seine Eltern führten ihn früh an die Musik heran. Seine ersten größeren Auftritte hatte er dann mit dem Saxophonisten und Bandleader Cab Calloway.

1968 nahm Corea Herbie Hancocks Platz in der Band von Miles Davis ein, womit er unumstritten schon zu den größten gehört.

Wo ich gerade davon sprach, dass er Herbie Hancock ablöste:

Also zurück zum Thema:

1971 dann verließ er die Band und gründete Return to Forever. Nun widmete er sich ganz dem völlig neuen Rockjazz(oder Fusion) und gestaltete diesen entscheidend mit.

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In der Arbeit mit dieser Band veröffentlichte Corea auch sein wohl bekanntestes Stück:

Spain erklingt hier in Originalbesetzung und authentisch im Sound von 1972 allerdings ist das Stück nicht komplett. Ich habe mich dennoch für diese Aufnahme entschieden, da sie Seltenheitswert besitzt.

Ab 1978 arbeitete Chick Corea in wechselnden Besetzungen oder im als Solist. Die Band Return to Forever vereinigte sich aber 2008 erneut!

Seit den 80er Jahren ist Corea auch als klassischer Pianist anerkannt und erfolgreich.

Auch seine Electric Band ist, die in den 80er Jahren aktiv war ist heute wiedervereint und Chick Corea ist noch auf Tour! Hier der aktuelle Plan.

Für alle, die jetzt Interesse gewonnen haben hier noch ein handverlesener Leckerbissen:

 

Irgendjemand hat zusammenhangslos Bilder dazu gewählt, ähm naja.

Wegschauen und Hinhören!

Rock jazz

Heute möchte ich allen Lesern mal einen Eindruck vom oben Genannten geben, dem von mir sehr geliebten Rock jazz. Auch gern Fusion genannt.

Hier gleich mal was zum anfühlen:

Jeremy & The Satyrs gehörten zu den Ersten die heute zum Fusion gezählt werden. Wenn man es anhört bemerkt man, dass große Einflüsse vom Blues stammen und eher ein Blues mit jazziger Improvisation und Rockpattern vermischt wurde. Die Zeit der Aufnahme ist mir nicht bekannt, könnte jedoch vom 1968er Album sein. Wahrscheinlich ist der Song aber schon einige Jahre vorher entstanden.

Ja so wurde der Rock jazz geboren.

Öffentlich wirklich bekannt und vor Allem anerkannt wurde der Fusion mit Miles Davis Album “In an silent Way”, hier in einer Aufnahme von 1988 in Stuttgart.

Berühmt war besonders Mitte der 70er das Album “Headhunters” von Herbie Hancock. Den Titel Chameleon kennt fast jeder denke ich. Hier aus dem Jahr 2006:

Die Musik lässt sich ja aber nie genau festnageln und so muss ich sagen, für mich geht das schon sehr deutlich in Richtung Funk.

Eine Band sei noch erwähnt, da sie auch sehr erfolgreich war zu der Zeit:

Weather Report, hier in einer Aufnahme aus Offenbach 1978. Am Bass der legendäre Jaco Pastorius!

Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass mit Ende der 70er und besonders in den 80ern leider einiger Musiker etwas abflachten, man passte sich dem aufkommenden Pop an(was für ein fataler Fehler^^) und aus der öffentlichen Nachfrage verschwand leider viel gute Musik. Aber für den Nach-hause-Weg noch was “aktuelles”:

eine lebende Legende…

Im zweiten Teil der Reihe soll nun Herbie Hancock im Mittelpunkt stehen.

Er wurde früh musikalisch gefördert durch seine Eltern. Mit 7 Jahren bekam er sein erstes Klavier und begann eine klassische Ausbildung. Dies zeigte schon seine Begabung für Musik, denn 1952 trat er mit nur 11 Jahren gemeinsam mit dem Chicago Symphony Orchestra auf. Er spielte Mozarts 5. Klavierkonzert in D-Dur. Schon 10 Jahre später spielte er beim legendären Label “Blue Note” sein erstes Album ein. In den Jahren danach spielte er mit Donald Byrd, Miles Davis, Freddie Hubbard, George Coleman, Jaco Pastorius und vielen anderen.

Das Besondere ist, dass Herbie Hancock immer neue Wege fand, den Jazz weiterzuentwickeln und daher den Namen Chameleon bekam. Er gehörte zu den ersten Musikern, die das Fender Rhodes nutzten und mit Synthesizern arbeiteten. Unbedingt empfehlenswert sind: Watermelon Man, Cantaloupe Island und Mayden Voyage. Allesamt Titel, die man sich auf YouTube anhören kann.

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Herbie Hancock 1978

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Herbie am 12.4.2010, seinem 70. Geburtstag