The Wall 2011

Ich habe lange darauf hin gefiebert und am 16.06. war es dann auch endlich so weit!

Roger Waters führte sein monumentales Werk nochmal auf und machte natürlich auch Station in Berlin. Die O2 World an der Oberbaumbrücke war erwartungsgemäß bis auf den letzten Platz ausverkauft.

Schon vor der Arena wurde in gewissem Maß klar, dass es sich um eine Bühnenshow der Superlative handeln wird. Auf den Parkplätzen an der Arena standen etwa 8 Lkw einer englischen Transportfirma. Nach kurzem Kampf durch den überfüllten Eingangsbereich und etwa eine Millionen Merchandise Shops konnte der interessierte Fan auch noch einen Blick auf den weiteren Fuhrpark werfen.

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Von einigen dieser Busse abgesehen stellte Mercedes den VIP Shuttle Service.

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In der Arena angekommen fiel mir zuerst die Mauer auf, natürlich, und die viele Technik an der Decke.

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Auf diesem zugegebener Maßen schlechten Foto lässt sich der große Aufbau an der Decke erkennen.

Ich war auf die super Musik und eine großartige Show vorbereitet wurde aber dennoch überrascht, denn Waters hat das Programm angepasst, verbessert und aktuell auf die heutige Zeit angewendet.

Thematisch wurde auf aktuelle Probleme angespielt wie zum Beispiel auf den Krieg im Irak. Im Zusammenhang damit gab es in der Pause auch eine Projektion mit Daten von in aktuellen Kriegen gestorbenen.

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Hier oben der Beginn der Pause. Text:

“I would like to thank all of you who

have sent in fotos of failen loved one –

We will remember them.

– Roger”

Danach waren dann alle paar Minuten eine “neue” Mauer voller Gefallener zu sehen.

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Impressionen aus der Show:

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Hier oben auf dem Bild kann man schon den Effektreichtum erkennen und besonders die Projektionstechnik auf der Mauer.

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Auch die überdimensionalen Puppen waren natürlich mit vor Ort.

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Hier oben ist die Mauer komplett(nach der Pause) als Projektionsfläche für die Show eingesetzt. Links fliegt ein Schwein, dass in etwa einer halben Stunde alle Zuschauerränge umkreiste und überflog. Sehr cool.

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Das Schwein mitten über dem Parkett und leicht rechts davon die ziemlich riesige Technikzentrale.

 

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Die marschierenden Hämmer, ein bekanntes Bild für alle Fans.

Und noch kurz der offizielle Zusammenschnitt.

Ich persönlich wurde begeistert durch Rogers Show und kann sie nur jedem der die Chance hat empfehlen. Ich denke das sieht man nicht alle Tage oder vielleicht nur einmal im Leben.

Hier kann man übrigens den Film sehen, der eigentlich Ausgangspunkt für das Album selbst war:

The Wall

Außerdem die meiner Meinung nach beste deutschsprachige Website zum Thema Pink Floyd/Roger Waters:

Bruder Franziskus

Und zu guter letzt noch die offizielle Website der aktuellen The Wall Tour und eine The Wall Analyse

Gastbeitrag

Hier nun der von mir lang erwartete Artikel von Bomel . Ich denke es ist eine große Bereicherung für diesen Blog den Jazz/Soul/Funk/Fusion Bereich mal zu verlassen. Viel Spaß bei diesem sehr gelungenen Artikel!

Die Sonne ist schon vor Stunden unter gegangen. Es ist kalt. Die Fahrzeugheizung tut ihr bestes dennoch mümmeln wir uns in dicken Jacken auf der Rückbank. Die Großstadt zieht wie ein unwirklicher Schein am nassen Fenster vorbei. Immer heruntergekommener wird die Gegend. Graffiti an jeder Ecke. Übervolle Mülleimer, zerschmissende Glasscheiben. Hin und wieder ein paar zwielichtige Gestalten. Wir fahren auf den Parkplatz vor der alten Industriehalle. In den 50ern wurde hier Stahl hergestellt. Nur eine von hunderter Ruhrpott-Lokationen aus vergangener Zeit. Wir steigen aus in die Kälte. Es nieselt. Zu unseren Füßen Schotter und Schneematsch von vorgestern. Die Jacken ziehen wir aus – drinnen können wir so was nicht gebrauchen. Schnellen Schrittes und die Schultern hochgezogen eilen wir zum Eingang. Von überall strömen Leute in die selbe Richtung. Laut grölend, angetrunken. In einer dunklen Ecke werden offensichtlich Drogen genommen. Ein Streifenwagen der Polizei fährt kurz über den Parkplatz und verschwindet wieder in der Nacht. Wir warten darauf, dass sich die schweren Eisentüren öffnen, damit wir ins Warme kommen. Rundherum wird versucht der Kälte zu entgegnen. Bier wird getrunken, es wird herumgelaufen oder ein Lied angestimmt. Irgendwo zerbricht eine Getränkeflasche. Uns schlottern die Knie. Dann, die Tür öffnet sich einen Spalt. Zwei in schwarz gekleidete Männer, regelrechte Schränke mit kurzgeschorenen Haaren treten heraus. Wie von selbst bilden sich zwei Schlangen und der Einlass beginnt.

Ich werde kurz von der Security betatscht, halbherzig nach Waffen durchsucht. Mein Shirt zeigt keine verfassungswidrigen Parolen oder Symbole – somit darf ich passieren. An der Kasse wird meine Eintrittskarte zerrissen und ich bewege mich sofort zum Biermarkenstand um mein Geld gegen das örtliche Bezahlungsmittel einzutauschen. Danach geht es zur Bar und das erste kühle Helle wird gekippt. Ein zweites folgt. Mir wird wieder warm. Vom Vorraum aus gehe ich in die große Halle. Spärlich beleuchtet finde ich eine schöne Stelle. Von hier kann ich die Bühne sehr gut sehen und steh noch nicht direkt im Moshpit. Die Halle ist sowieso noch nicht sehr voll. Erst nach und nach betreten immer mehr Menschen den Raum. Tätowierte, durchtrainierte Riesen, fette Glatzen, halbe Hemden, Metaler, Punks. Das Personenfeld ist breit gefächert. Hie und da ein Hakenkreuz auf nackter Haut. Das trübt die Stimmung bei mir, wird aber insgesamt offensichtlich geduldet. In dieser Musikrichtung ist das keine Seltenheit. Alles bleibt aber friedlich. Linkes und Rechtes Spektrum lebt hier in harmloser Koexistenz. In der Halle darf auch geraucht werden. Schnell bilden sich blaue Schlieren an der Decke. Meine Freunde, mit denen ich hier bin bringen mir ein weiteres Bier im Plastikbecher mit.

Dann gehen die Scheinwerfer an. Das Licht sucht seinen Weg durch den Dunst und mit Applaus und Gegröle betritt die Vorband die Bühne. Das Konzert beginnt.

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Drei Akkorde reichen und der Moshpit ist eröffnet. Vor uns springen berge von Muskeln und Fett durch die Gegend und Körper krachen aufeinander. Fällt jemand um wird er von den Umstehenden hoch gerissen. Auch wir springen immer wieder in diesen Wahnsinn und machen für einige Minuten mit. Die Band macht gute Stimmung. Wer nicht pogt, grölt mit oder bewegt zumindest den Kopf im Takt. An der Bar betrinken sich einige. Es wird immer wärmer und es stinkt nach Zigaretten, Bier, Kotze und Schweiß. Der Boden beginnt zu kleben.

Nach der Vorband ist wieder Pause und Zeit auf Toilette zu gehen. Ich betrete den mit Neon-Leuchten erhellten Raum. Beißender Geruch nach Desinfektionsmittel und Ammoniak steigt mir in die Nase. Ich benutze schnell das Klosett und hole mir dann noch ein Bier von der Bar während die Roadies die Bühne für den Hauptakt, eine überregional bekannte Band, vorbereitet.

Der Hauptakt betritt unter Fangesängen und Beifall die Bühne. Die Scheinwerfer fokussieren den Leadgitarristen. Eine kleine, tief stimmige Begrüßung und mit der rechten Hand reißt er das Plec in die Höhe um den ersten Akkord des selbstverherrlichenden Intros zu spielen. Die Menge ist wie gefesselt. Blanke Fäuste, geöffnete Hände, Mittelfinger und Teufelshörner recken sich in Richtung Skinheadkombo und die Halle singt jedes Wort mit. Es ist eng geworden. Die Menge wird zur undefinierbaren Masse, zu einem Subjekt das sich durch die Halle bewegt. Es ist warm, es stinkt und die Luft ist denkbar schlecht. Das Shirt wird vom Schweiße der umstehenden Menschen durchnässt und die Kehle schreit nach Pause. Die Leber verlangt hingegen mehr Bier. Die Stimmung ist am überkochen. Die Band genießt die Anbetung und gibt die gewünschten Klassiker zum besten. Die Menge findet es geil.

                 

 

So lässt sich ein typisches Oi-Konzert beschreiben.

Oi – eine Musikrichtung, der mehr Vorurteile nicht anheften können. Ursprünglich von der britischen Arbeiterklasse als nicht kommerzieller Gegenpart der Punkbewegung der 70er in den frühen 1980er Jahren gegründet schwappte schnell auf ganz Europa über.

Mit besonders schneller und „harter“ Spielweise behandeln die typischen Oi Bands die Probleme der damaligen Arbeiter Jugend, die „Probleme der Straße“: Drogen, Alkoholmissbrauch, Gewalt, Arbeitslosigkeit aber auch die Ideologien wie Freundschaft, Zusammenhalt und als Hauptthema Fußball. Die Anhänger nennen sich selber Oi-Skins und ähneln den „traditionellen“ Skinheads aus der 69er Bewegung sehr, obwohl diese die neuen Skins eher verpönen.

In Deutschland unterliegt die Musikbewegung wie nirgendwo sonst dem rechtsradikalen Einfluss. Neonazis kopierten den „neuen“ Stil und die Musik der Skins, da dies aggressiv wirkte und die Ideologie für ihre Motive durchaus zu gebrauchen war. Dies erklärt die allgemeinen Vorurteile gegen Musik, Band und Anhänger.

Dennoch darf man Skinheads keinesfalls mit Nazis verwechseln! Die Oi Bewegung ist grundsätzlich unpolitisch und die deutschen Bands, welche zumeist in der politischen Mitte oder links angesiedelt sind distanzieren sich von dem rechten Spektrum.

Die Musik selber hat aus vielen Bereichen Zuspruch bekommen. Oi ist nicht nur bei Oi-Skins beliebt sondern findet Anklang bei Punks, Metalern oder sonstigen subkulturellen Angehörigen als auch beim „normalen“ Publikum. Dementsprechend gemischt ist auch das Publikum bei Oi Konzerten. Auf Festivals spielen Oi Bands meist auch neben Gruppierungen anderer Rock-Richtungen.

Sonstige Informationen und Quelle:

Oi!

Pink Floyd

Beyond the horizon of the place we lived when we were young
In a world of magnets and miracles
Our thoughts strayed constantly and without boundary
The ringing of the division bell had begun

Along the Long Road and on down the Causeway
Do they still meet there by the Cut

There was a ragged band that followed in our footsteps
Running before time took our dreams away
Leaving the myriad small creatures trying to tie us to the ground
To a life consumed by slow decay

The grass was greener
The light was brighter
With friends surrounded
The nights of wonder . . .

pink-floyd-the-division-bell

Der Text entstammt dem Song “High Hopes” aus dem Album The Division Bell aus dem Jahr 1994. Ich habe ihn in den Artikel  aufgenommen, da die Texte bei Pink Floyd eine wichtige Rolle spielen. In all den Alben der Band sind die Texte mit tiefem Sinn erfüllt und nicht selten auch gesellschaftskritisch. Dabei fällt mir spontan das Album Animal ein. Ja, ich denke es ist ein gutes Beispiel.

Gleich zu Beginn möchte ich auch nicht vergessen eine sehr gute Seite rund um Pink Floyd zu empfehlen. Dabei handelt es sich um eine sehr gute deutsche Fanseite mit vielem rund um die Band.

www.bruder-franziskus.de/pinkfloyd

Doch zurück zum Thema: Ich liebe Pink Floyd seit ich vor einigen Jahren mal in das Album Dark Side of the Moon rein hören durfte. Es ist ein wunderbares Werk für mich, dass man ausnahmslos komplett hören sollte. Eine komplette Playlist findet sich auf YouTube nicht, man findet aber alle Songs des Albums als Einzelstücke.

Die Musik von Pink Floyd war besonders in den frühen Jahren von 1964 bis 1968 psychedelisch geprägt, was besonders durch den damaligen Sänger und Gitarristen der Band Syd Barrett angeregt wurde. In dieser Zeit schrieb er auch die meisten der Songs.

1968 wurde er dann durch David Gilmour ersetzt. Der sollte ihn vorerst nur bei den Live Auftritten unterstützen, da Barretts extremer Drogenkonsum ihn dabei einschränkte. Im März ‘68 beschloss die Band aber schließlich ihn ganz zu ersetzen.

Mit dem Wechsel der Besetzung änderte sich auch der Sound maßgeblich. Die Songs wurden nun zum allergrößten Teil von Gilmour und dem Bassisten Roger Waters geschrieben.

Mit den weiteren Veröffentlichungen wurde Pink Floyd schließlich Anfang der ‘70 Jahre wirklich berühmt und zwar im Sinne von weltweit bekannt, gespielt und anerkannt.

Bis 1980 wurde der Einfluss Waters immer größer und er schrieb schon ab 1973 alle Texte der Band, während Gilmour noch immer einen Großteil der Musik bereitstellte. Der Einfluss Roger Waters und sein Anteil an der Musik nahm dann aber bis Mitte der ‘80er weiter zu.

Dark Side of the Moon_dark_side

Zwischen 1970 und 1980 war Pink Floyd auch kommerziell extrem erfolgreich. Das Album Dark Side of the Moon war beispielsweise von 1973 bis 1988 740 Wochen in den amerikanischen Billboard Charts, was einen bis heute ungeschlagenen Rekord bedeutet. Für das Nachfolgealbum Wish you where here lagen allein 1975 allein in GB 250.000 Vorbestellungen vor.

Das letzte wirklich große Werk war ganz sicher The Wall aus dem Jahr 1979.  The Wall ist auch ein wunderbares Beispiel für die legendären Auftritte der Band. Denn Pink Floyd war die erste Band, die ihre Live Auftritte mit einer großangelegten Bühnenshow versah. Sie projizierten beispielsweise oft einen Film auf eine runde Leinwand, die über der Band schwebte. Die Filme wurden extra passend zu den einzelnen Songs produziert. Dazu kommen Lichteffekte, Lasershows und einige Male auch das Abfeuern von großen Kanonen. Letzteres hat der Band sogar einmal ein lebenslages Hausverbot in einer Konzerthalle eingebracht.

thewall_PF

Neben den legendären Shows ist auch der Einsatz von Technik in der Musik selbst eine Besonderheit Pink Floyds.  Als eine der ersten Bands setzten sie Synthesizer ein, erzeugten Loops in ihren Songs oder projizierten bei Live Konzerten mit Hilfe einer besonderen Technik den Sound “hinter” die Zuschauer.

Der Einfluss Pink Floyds auf unsere heutige Musik, auf die verwendete Technik und die Art und Weise wie Live Konzerte ablaufen, ist sehr groß. Sie haben also in wirklich vielen Bereichen Maßstäbe gesetzt.

Also ich empfehle jedem sich einmal eines der Alben anzuhören, denn wer einmal “Another brick in the wall (part 2)” im Radio gehört hat, ahnt sicher nichts von der Genialität dieser Band!

Live

Die Musikbranche steckt in der Krise. Um konkret zu werden: Die Musikkonzerne stecken in der Krise. Denn in Zeiten des unkontrollierten Datenaustauschs im Internet verringert sich der Erlös aus dem Verkauf von CDs und DVDs. Was aber tun?

Die Lösung ist erst einmal einfach und logisch: Man muss sich anpassen, die Herangehensweise verändern. Das gelingt den Musikkonzernen jedoch oft schlecht. Sie versuchen eher rechtlich gegen Tauschbörsen vorzugehen(bekannter Vertreter rapidshare), drohen mit hohen Strafen für Raubkopierer.

Aber besteht überhaupt die Möglichkeit das illegale Kopieren von Musik zu unterbinden??

Nach einer Umfrage, die Eckard Hoffmann, Audiologe an der Hochschule Aalen, durchgeführt hat, besitzen 82% der Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren eine Mp3-Player.

Für diese nicht geringe Anzahl an Musikhörern ist es also Alltag CDs auf den Computer zu kopieren, um sie auf dem mobilen Player hören zu können. Gleichsam ist es normal die Musik mit anderen zu teilen. Man verschickt sie per Email, über Tauschbörsen oder auch für niemanden nach zu verfolgen: einfach per Stick zum Freund oder auf eine CD gebrannt.

Was auffällt: Viele Musiker haben schon eine Lösung gefunden. Sie tun einfach das, was alle Musiker gern tun: Sie treten auf. Denn ein Liveerlebnis bleibt einzigartig und nicht zu kopieren. Und warum nicht auch im Rahmen von Creative Commons einfach die eigenen Werke kostenlos zur Verfügung stellen um bekannt zu werden und dann höhere Preise auf Livekonzerten verlangen?

Wie auch immer, es wird spannend in Zukunft und ich wage einmal die These, dass immer mehr Musik verschenkt werden wird und die Anzahl, wie auch Preise von Livekonzerten steigen.

Passend zum Beitrag empfehle ich auch 2 Videos des elektrischen Reporters zum Thema Urheberrecht.