Arbeit, Arbeit

Wenn man so wie ich ständig abrufbereit sein muss, kann die Vorweihnachtszeit schon manchmal etwas an Ruhe verlieren.

Verfügbar muss ich immer sein, da ich ja neben dem Studium als Hauptkommissar tätig bin.

Gestern war es mal wieder so weit. Das Telefon klingelte und man informierte mich über einen Einsatz ganz in der Nähe, vor dem Schloss Charlottenburg. Ich sprang natürlich gleich auf und ließ mich von einem Streifenwagen abholen. Wir fuhren vielleicht 3 Minuten aber dennoch gelang es mir dank meiner tadellosen Ausbildung den Streifenpolizisten der mich fuhr mit herablassenden Kommentaren zu belegen. Sichtlich frustriert blieb er im Wagen sitzen nachdem ich ihm “Wahnsinn, du kannst sogar n bisschen Autofahren, jetzt bleib hier stehen, sonst überforder ich dich noch.” entgegengeworfen hatte.

Offiziell war ich zum Weihnachtsmarkt vorm Schloss beordert worden um eine Schlägerei zwischen glühweintrunkenen Raufbolden zu schlichten. Auch die Polizei weiß natürlich das ihr Funk abgehört wird. Daher sollte dies nur Tarnung sein, wobei mein eigentlicher Auftrag darin bestand den Hintermännern der Glühweinmafia auf den Zahn zu fühlen.

Ich machte mich also schnurstracks auf zum erstbesten Glühweinstand. Ich kippte den ersten Glühwein gleich auf ex. 5€. 2,50€ Pfand für die doofe Tasse. Ich entschloss mich gleich aufs Ganze zu gehen. So rief ich dem Verkäufer zu: “Hey, haste auch n bezahlbarn Glühwein?? Ick kann doch hier nich 1000€ fürn Glas bezahln!”

Er erklärte mir die Zusammensetzung des Preises. Eigentlich sabbelte er aber nur rum und blickte dabei ängstlich umher. Ich roch den Braten gleich.

Wie der Blitz war ich über den Tresen gesprungen und hatte ihn am Schlafittchen. “Wer kassiert hier ab? Wenn du denkst du kannst mir hier Mist erzählen, dann hast du die Rechnung ohne den Wirt gemacht!!!”, brüllte ich ihm ins Gesicht.

Er versuchte mir zu erklären das er nur Verkäufer ist und den Glühwein ganz normal vom Großhändler bezieht.  Na darauf hatte ich gewartet! Solche Ammenmärchen!

Ich drückte ihn im Polizeigriff auf den klebrigen Tresen und goss ihm heißen Glühwein in den Nacken.

“Rede du Lappen!”, schrie ich ihm ins Ohr. Aber er wiederholte nur die Geschichte vom Großhändler und beteuerte unschuldig zu sein. Ich musste wohl grob werden.

Ich also schmiss ihn in die Ecke und pfefferte ihm mit voller Wucht mit heißem Glühwein gefüllte Tassen an den Kopf. Ich war in Vernehmungstechnik monatelang geschult worden und wusste was zu tun ist. Nach 6 bis 8 Tassen rief ich ihm immer wieder wutentbrannt entgegen was ich hören wollte: “Du kaufst den Glühwein von der Mafia, gibs zu! Das ist die wahre Erklärung für den Preis!!!”.

Nach etwa 40 Tassen(ca. 15l Glühwein) gab er schließlich klein bei.

Er rief mir mit letzten Kräften entgegen: “Ich kauf den Glühwein bei der Mafia, ja! Ja das ist die wahre Erklärung. Ja, wirklich!! Bitte aufhören. Wirklich!”

Ich wusste es. Ich hatte es von Beginn an gewusst. Ich ließ mir daraufhin von ihm noch 4 Glühwein einschenken(jetzt natürlich kostenlos) und kippte sie wieder gleich herunter.

Auf dem Weihnachtsmarkt wurde es merklich wärmer. Ich bewegte mich leicht schwankend auf den Wagen zu.

“Gendarmenmarkt”, brummelte ich nur. Sofort fuhr der Streifenpolizist los. Unterwegs zwang ich ihn mir am Drive Inn einen Kaffee zu spendieren.

Schließlich gelangten wir am Markt an. Mit meinem Ausweis konnte ich den Eintritt natürlich sparen. Es muss ja wenigstens ab und an mal einen angenehmen Moment geben in diesem Job.

Ich lief einige Zeit über den Weihnachtsmarkt und beobachtete verschiedene Glühweinstände.

Schließlich entschied ich mich für einen mit hölzernem Dach und kitschigem Namen. Ich bestellte 3 Glühwein und trank sie sofort. Ich zahlte nicht und provozierte so ein Gespräch mit dem Verkäufer.

Ich sagte ihm, dass ich nicht zahlen würde, weil es mir zu teuer ist und(!) weiß ich wüsste, dass er mit der Glühweinmafia zusammenhängt.

Er gab schnell klein bei. Ich zerwarf etwa zwei Dutzend Tassen vom Stand und trank dann mit dem Verkäufer 8 Glühwein gemeinsam. Sie gingen auf ihn.

Über den Glühwein waren wir Freunde geworden(dachte er wohl) und er kam mit zum Auto.

Er hatte zugesagt mich zu den Hintermännern zu führen.

Wer zwang die Händler überteuerten Glühwein zu verkaufen?

Wer streckte den Glühwein mit billigem Rum und Traubensaft?

Wer steckte hinter alle dem?

Der völlig betrunkene Verkäufer dirigierte uns auf die Autobahn in Richtung Potsdam. Schließlich fuhren wir dort durch die Stadt und landeten im verlassenen Ortsteil “Golm”.

Der olle Streifenpolizist fuhr durch den ganzen Unikomplex dort, eckte hier an und da und hielt schließlich vor Haus 6.

An dieser Stelle muss ich die Erzählung aus rechtlichen Gründen einstellen. Ein jeder muss sich nun leider denken wer Kopf der Glühweinmafia ist!

Prost!

13427-Zauberhafter-Gluehwein

Arbeit…

Das Telefon klingelt. Es ist 3 Uhr. Nachmittags natürlich! Dennoch, es weckt mich. Mein Nebenjob… Naja einen Nachteil hat das ganze „Geschufte“ bei der Polizei: Ich hab sehr unregelmäßige Arbeitszeiten. Nichts desto trotz mach ich mich auf die Socken zum Revier. Mein Mp3-Player spuckt mir „00-Schneider“ ins Ohr.

Ja, denk ich mir, so willst du auch sein, wie der Komissar Schneider. „Der Komissar Scheider ist gu-u-ut“ , dudel ich vor mich hin. Nach 5 Min. Fussweg bin ich schließlich da. Ich zieh mir die strengen Polizeisachen an und beschimpfe einen Mitarbeiter. Er hat nichts verbrochen. Nur mal so, einfach um zu sehn wie das so ist. Natürlich auch um zu üben! Denn ich will ja im Gesammtbild eine sehr gute Arbeit abliefern. Es geht los. Ich renne 2 Polizisten nach. Sie sagen nur etwas von:“Gut das Sie da sind, wir müssen los.“ Ich weiß überhaupt nicht was los ist. Kurze Zeit später sitzen wir im Polizeiauto und düsen mit Blaulicht durch das nächtliche, ach nein, das nachmittägliche Berlin. Ich versuche irgendwas schlaues zu sagen: „Andere Leute trinken um diese Zeit Kaffee.“ Naja das war nich soo intelligent. Ich ärgere mich noch, da geht der Fahrer schon voll in die Eisen. Ich stoße hart gegen den Sitz des Beifahrers, denn ich bin nicht angeschnallt. Als der Wagen zum Stehen kommt erkenne ich, dass wir an einem Coffee-to-go Stand stehen. Die beiden Streifenpolizisten sind plötzlich total ruhig, als hätten sie nur darauf gewartet, dass ein Vorgesetzter eine solche Pause erlaubt. Ich trinke mit ihnen Kaffee. Dazu gibt es Kuchen. In dem Laden sind viele kleine Bistrotische. Wir sind die einzigen Gäste, denn wir haben unseren Wagen mit Blaulicht im Drive-Inn stehen lassen und haben die Eingangstüren mit Polizeiklebeband abgeklebt.

Irgendwann, nach 2 oder 3 Stunden fällt mir der Einsatz wieder ein. „Oh man“ denk ich mir. Jetzt bist du den Job los.

Ich schnauze meine beiden Gehilfen kurz an, so wie ich es geübt habe, und dann rasen wir mit einem Affenzahn zum Revier zurück.

„Krawumm!!“

Wir haben jemanden überfahren! In Gedanken hab ich jetzt schon völlig mit dem Job abgeschlossen und steige gar nicht erst aus. Die beiden Streifenpolizisten steigen aus und begutachten das Opfer. Ein Mann mittleren Alters, schwarze Haare, mittelgroß, unauffällig gekleidet. Er scheint nur leicht verletzt. Die beiden reden lange. Nach 20 Minuten Gespräch mit dem Getroffenen reichts mir. Ich steige aus, brülle kurz rum(das macht mir schon richtig Spass) und gebe dann Anweisung den Mann einfach festzunehmen damit es endlich weitergeht. Die Handschellen klicken und weiter geht die rasante Fahrt.

Als wir zurück sind stellt sich glücklicherweise heraus, dass wir den Täter angefahren haben, denn wir stellen sollten. Er hat einen Juwelier überfallen und 500g Diamanten geschluckt. Das viele Lob vom Chef nervte mich und ich machte mich auf zu gehen. Ich gab dem Täter noch starke Abführmittel und war dann pünktlich zum Abendbrot zuhause.

Was für ein Tag!

Nebenjob

Ich hab die letzten Wochen übrigens einen kleinen Nebenverdienst ausgeführt. Eines Abends erhielt ich einen Anruf von der Polizei. „Mist“, dacht ich mir. „Jetzt ist es aus.“, mir trat Angstschweiß auf die Stirn.

Jedoch beruhigte ich mich schnell, als der nette Herr Beamte mich wissen ließ, dass sie dringend einen Ersatzkommissar suchen. Aufgrund meiner prekären finanziellen Situation nach der Finanzkrise, stimmte ich sofort zu.

Tja und so hat es sich nun ergeben, dass ich 2 mal die Woche dort aushelfe. Für 3000€ im Monat kann man das machen denke ich. Man hat mir ein kleines Büro eingerichtet in der Polizeiwache am Abschnitt 28 also fast bei mir um die Ecke. Ich hab auch nur unter 3 Bedingungen zugestimmt:

1. das erwähnte Gehalt

2. ein Bang&Olufsen Soundsystem für das Büro

3. ein kurzer Anfahrtsweg

Im Nachhinein muss ich sagen hätte ich auf den letzten Punkt verzichten sollen und statt dessen ein Einsatzfahrzeug zur freien Verfügung verlangen sollen. Aber naja was solls. Nächste Woche gehts los(also Morgen) und dann schauen wir mal weiter.