Jazzaction

Es ist kurzfristig aber besser spät als nie:

Heute, 11.09.2012 ab 18:00 spielt

Till Brönner + Band live und KOSTENLOS vor dem A-Trane.

Das ganze geschieht anlässlich des 20-jährigen Bestehens des A-Tranes.
Ich werde da sein und wer Zeit hat sollte sich das nicht entgehen lassen!

Außerdem sei auf die Late Night Jamsession im A-Trane verwiesen. Die findet ja jeden Samstag ab 0:30 statt aber in dieser Woche wird auch Nils Landgren da sein!!! Die Chance mit ihm zu spielen.

A-Trane

Den mal wummernden, mal virtuos gespielten Bass von Marcus Miller kann ich noch immer im Magen fühlen und im Gedanken an die Musik von gestern könnte sich sofort zu tanzen beginnen.

Das Marcus Miller Sextett spielte gestern Abend im A-Trane und lieferte erwartungsgemäß Musik der Extraklasse. Solche Formulierungen hört man heute sicher oft aber was ich gestern gehört und erlebt habe, was Marcus Miller mich hat fühlen lassen verdient diese Beschreibung wie wenig sonst!

Ich habe tatsächlich nie eine Band gehört die dermaßen tight spielt, die so wahnsinnig abgeht und die zur gleichen Zeit auch anspruchsvoll virtuos spielt. Ich hatte mir Miller im Vorhinein einige Male angehört und seine Interpretationen und Songs immer genossen. Vor einigen Monaten fand hier eine Umfrage zum beliebtesten Jazz/Bluessong statt, welche So What für sich entschied. Eine der sicher besten Versionen stammt wiederum von Marcus Miller.

Der Laden war rappelvoll gestern und unter den Gästen waren auch Thomas Quasthoff, Eric Vaughn und Till Brönner, welcher auch die Anmoderation übernahm. Danach sorgten Maurice Brown (tp), Alex Han (sax), Kris Bowers (key), Adam Agati (g) und Louis Cato (dr) inklusive Zugaben fast drei Stunden lang für harte Grooves, atemberaubende Soli und ordentlich Stimmung.

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Hier auf dem Bild ist Marcus Miller an der Bass Klarinette zu sehen.

 

Hier übrigens noch ein Nachtrag zu weitern Konzerten der letzten Zeit. Aus Gründen die mir selbst nicht bekannt sind habe ich es nicht auf die Reihe bekommen schon früher davon zu berichten:

Im Februar besuchte ich das Wolfgang Köhler Trio(beim link klick auf “Info anzeigen”). Diese Abend ist mir in besonders positiver Erinnerung geblieben, denn Köhler hat tatsächlich Jazz vom Feinsten geliefert! Alles eigene Songs in sehr ausgewogenen Arrangements und wirklich inspirierend(gerade für mich als Pianisten). Stilistisch hat er sehr unterschiedliche Facetten gezeigt und wirklich schöne Soli gespielt, nämlich sehr melodisch und fein rhythmisiert. Jeder Song war ein neuer Hörgenuss und , ja, einfach stimmig. Das ist das Wort! Keine Umspielung zu viel und trotzdem immer spannend. Wundervolle, komplexe, sehr moderne Harmonien und das alles nicht von drei einzelnen Musikern, sondern von einem einzigen, verschmolzenen Trio. Sehr gut!

                            

Im März war ich noch bei Ambrose Akinmusire. Ambrose, eine wahre Künstlernatur hat vieles anders gemacht, sich und der Band viele Freiheiten gegeben. Für meinen Geschmack allerdings manchmal zu viel und anders um anders zu sein. Wenn in Balladen spontane Scream Ausbrüche schlagen, ist das für mich persönlich über das Ziel hinaus. Überhaupt machte er zwischendurch den Eindruck er sei in einer anderen Welt, aber nicht musikalisch, sondern in Bezug auf seinen Bewusstseinszustand.

Naja, wie dem auch sei. Fakt ist jedoch, dass er auch das Talent besitzt präzise auf die Band einzugehen und mit ihr gemeinsam zu spielen. Da gibt er nicht zu viel, geht nichts daneben. Genau da hat alles Hand und Fuß. Nicht absprechen will ich ihm außerdem seine Virtuosität. Manchmal wurde mir fast schwindelig bei all den schnellen Sprüngen über (gern auch mehrere) Oktaven. Letztlich ein interessanter Musiker höchster Güte, der vielleicht einfach innerlich etwas zu Ruhe kommen muss um noch besser das Gefühl für den Einsatz seiner super Technik zu bekommen. Wie heißt es doch gleich bei einem bekannten Reifenhersteller: Power ist nichts ohne Kontrolle! =)

Hier noch ein Titel aus seinem aktuellen Album:

http://www.youtube.com/watch?v=4QZ5chS_by8

Mark Murphy und Till Brönner im A-Trane

Am einem der letzten Sonntagabende durfte ich dem wunderbaren Jazzsänger Mark Murphy lauschen. Zusammen mit Brönner an der Trompete und Mesterhazy am Flügel ergab das einen wirklich traumhaften Abend!

Neben der wirklich ganz wunderbar ausgewogen klingenden Rhythmusgruppe lieferte Till Brönner, ganz nach meiner Erwartung, erstklassige Soli und sehr passende Fill ins. Seine Soli haben mir gezeigt, dass er den großen Namen verdient der er sich über die Jahre erarbeitet hat. Neben technischer Perfektion kam auch die gefühlvolle Melodieführung nich zu kurz.

(Quelle: http://www.flickr.com/photos/haagsuitburo/)

Noch viel interessanter als der nette Herr Brönner war es natürlich auf Mark Murphy zu treffen, einer der wirklich ganz großen Jazzsänger, ich sage mal, des 20. Jahrhunderts. Denn der gute Mann ist bereits 79 und gab sein Konzert daher auch im Sitzen.

Jetzt wird der ein oder andere sagen: Mh dann kann es mit dem Gesang ja nicht so weit her gewesen sein.

Weit gefehlt! Ich bin mir ziemlich sicher das seine größten Jahre schon hinter ihm liegen aber was ich gehört habe war eine kräftige Stimme die, ganz erstaunlich für das hohe Alter(!), selbt in Schwindel erregenden Höhen klar wie sonst nur eine Nachtigal in einer klaren Mondnacht klang! Besonders erstaund hat mich aber der Einfallsreichtum mit dem er improvisierte und Stücke in wirklich magischer Weise interpretierte. In meiner Erinnerung ist Stolen Moments als wunderbares Gefühl verblieben und der Gipfel des musikalischen Genusses war für mich seine Interpretation von Dindi.

Ein, zugegeben, schlechtes, altes Bild. Aber das aktuellste das ich finden konnte (unter CC).

(Quelle: http://www.flickr.com/photos/netphotography/)

Ich hatte übrigens Glück im A-Trane! Ich wollte am gleichen Tag reservieren als bekannt wurde das das Konzert stattfinden wird, habe aber keine Plätze mehr bekommen. Per Abendkasse und dabei als Erster bekam ich aber glücklicherweise trotzdem einen Platz und zwar direkt neben Mark Murphy(natürlich nur bis das Konzert begann) und direkt vor der Bühne.

Hier noch Stolen Moments in der Interpretation von Mark Murphy:

http://www.youtube.com/watch?v=A9wS1KB6iQ8